FABIAN oder der Gang vor die Hunde

Eckdaten

FABIAN oder der Gang vor die Hunde

Text
von Erich Kästner, für die Bühne bearbeitet von Marten Straßenberg

Regie / Fassung / Sound
Marten Straßenberg

Bühne / Kostüm
Juliane Längin

Dramaturgie
Katja Stoppa

Mit
Florian Graf, Leonard Pfeiffer, Noemi Clerc, Evelyn Fuchs, Erik Studte, Rico Strempel

Premiere
14.03.2026, Staatstheater Meiningen

Fotos (c) Christina Iberl

„Das Team um den in Meiningen geborenen Regisseur Marten Straßenberg (28) […] bringt die Verzweiflung eines „Moralisten auf verlorenem Posten“ (Kästner) in einer überraschenden Interpretation auf die Bühne. Der Spielraum wird zum „Warteraum der Gegenwart“ […] Straßenberg lässt die Toten im Sinne von Müllers „Einschrift der Toten in die Gegenwart“ wiederauferstehen. So, als mischten sie sich als Seelenwesen unter die Lebenden und versuchten, die Menschen daran zu erinnern, was nicht noch einmal geschehen sollte.“

(Main Post)

„Das ist der konzeptionelle Rahmen: einer nicht gegen die Schauspieler, sondern für sie und mit ihnen geschaffen. Was mit den Toten in und unter uns daraus wird, ist hellwaches, lebendiges Theater in saftiger Spielweise voller überraschender Stimmungs- und Haltungswechsel […] Frauen übernehmen Männer-, Männer Frauenrollen. Markiert wird nichts, erspielt wird alles. In Summe fangen sie damit Ton, Tempo und Temperatur des Kästner-Romans auf ihre eigene Art glänzend ein […] Am Vorabend einer Meininger „Woche der jungen Regie“ bringt ein junger Meininger Regisseur Kästners Roman vom Vorabend der NS-Katastrophe so stringent und packend auf die Bühne […] Marten Straßenberg ist ein großer Wurf gelungen.

(Thüringer Allgemeine)

„Ich wollte vor dem Abgrund warnen, dem sich Deutschland und damit Europa näherten! Ich wollte mit allen Mitteln in letzter Minute Gehör und Besinnung erzwingen“, schrieb Erich Kästner über seinen Roman „Fabian“. Der Rausch der 1920er-Jahre ist vorbei, die Republik taumelt ihrem Ende entgegen und die Machtübernahme der Nationalsozialisten ist zum Greifen nahe. Um der trüben Realität des Alltags zu entkommen, stürzen sich die Menschen in das Berliner Nachtleben. Mittendrin Fabian, Germanistikstudent und selbst ernannter Moralist. Zusammen mit seinem Freund Labude zieht er durch die Bars und Clubs und tagsüber verdient er sein Geld als schnöder Werbetexter. Doch schon bald nimmt sein Leben eine dramatische Wendung. Auch die Liebe zu Cornelia ist nur ein kurzes Aufflackern von Hoffnung: Er wird arbeitslos, Cornelia verlässt ihn und sein Freund Labude begeht Selbstmord.
Fabian muss in Zeiten der Unmoral zwangsläufig an seinen moralischen Ansprüchen scheitern. Kein Wunder also, dass die heute bekannte unzensierte Version des Romans den Titel „Fabian“ oder der Gang vor die Hunde“ trägt. Geschrieben 1931 in nur wenigen Monaten, musste der Autor zwei Jahre später mitansehen, wie sein Roman bei der Bücherverbrennung in Flammen aufging. Bis heute gilt „Fabian“ als Schlüsselroman für das Ende der Weimarer Republik.